Archiv für den Monat: Februar 2013

Liebesgrüße aus der Lederhose

Frisch aus dem Giftschrank, Bundesanzeiger vom 28. Februar 2013, Bekanntmachung Nr.2/2013 der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien:


Liebesgrüße aus der Lederhose, Herzog Film, Anschrift unbekannt, indiziert durch Entscheidung Nr. 3184 (V) vom 8. März 1988, bekannt gemacht im Bundesanzeiger Nr. 63 vom 31. März 1988.

Der Videofilm wird aus der Liste der jugendgefährdenden Medien gestrichen.

Entscheidung Nr. A 29/13 vom 15. Februar 2013 (Pr.26/13).

 

 

 


Die Liebe, mein Herr…, Anonymus, Tb Nr. 5963, Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH, Reinbek, indiziert durch Entscheidung Nr. 3196 (V) vom 10. März 1988, bekannt gemacht im Bundesanzeiger Nr. 63 vom 31. März 1988.

Das Buch wird aus der Liste der jugendgefährdenden Medien gestrichen.

Entscheidung Nr. A 37/13 vom 18. Februar 2013 (Pr.14/13).


Peep Show 2, Hersteller unbekannt, indiziert durch Entscheidung Nr. 3194 (V) vom 8. März 1988, bekannt gemacht im Bundesanzeiger Nr. 63 vom 31. März 1988.

Das Computerspiel wird aus der Liste der jugendgefährdenden Medien gestrichen.

Entscheidung Nr. A 35/13 vom 18. Februar 2013 (Pr.12/13).


Snow Bunnies, VMP Video Medien Pool GmbH, München, indiziert durch Entscheidung Nr. 3189 (V) vom 17. März 1988, bekannt gemacht im Bundesanzeiger Nr. 63 vom 31. März 1988.

Der Videofilm wird aus der Liste der jugendgefährdenden Medien gestrichen.

Entscheidung Nr. A 32/13 vom 18. Februar 2013 (Pr.5/13).

Französisch Super Spezial

Die Bewerbung von sexuellen Dienstleistungen mit “Französisch Spezial” bzw. “Französisch Super Spezial” ist in Bayern wettbewerbswidrig, weil die beiden Begriffe von den angesprochenen Verkehrskreisen als Oralverkehr ohne Kondom bzw. Oralverkehr ohne Kondom mit Aufnahme verstanden werden und damit ein Rechtsbruch nach § 6 der Bayerischen Hygieneverordnung in Verbindung mit § 4 Nr. 11 UWG vorliegt.

Landgericht München I, Urteil vom 15. November 2012 (Az.: 17 HK O 14383/12)

Schweinkram

Die American Family Association ist eine US-amerikanische, ultra-konservative, christlich-evangelikale Organisation. Von AFA wird die Website One Million Moms betrieben, um mit dem “Schweinkram in den Medien” aufzuräumen, manchmal auch wortwörtlich:

Disgusting Geico Ad

Geico has succeeded in offending its customers with this inappropriate advertisement. One Million Moms has received numerous complaints because Geico’s new commercial plays with the idea of bestiality. Parents find this type of advertising repulsive and unnecessary. Airing a commercial with an animal in it will surely grab children’s attention, but this is a horrible commercial for families to see. Geico does not have our children’s best interest in mind.

Maxwell the GEICO Pig Goes on a Date

Felsbilder von Kangjiashimenji

The third group composed of nine figures, three females and six males, all are symbolically about to engage in sexual intercourse. Two images stand out. First, the male at the left with testicles and grossly exaggerated penis attempts to mate with the second important figure, the adjacent female. To this female’s left are three more males eager to participate in impregnating the same female.

Quelle: “The Kangjiashimenji Petroglyphs in the Tien Shan Mountains: A Fertility Ritual Tableau” by Jeannine Davis-Kimball, Center for the Study of Eurasian Nomads.

Coco Mademoiselle

Die TV-Kampagne für Chanels “Coco Mademoiselle” mit Keira Knightley hat einen Rüffel der britischen Werbeaufsicht ASA (Advertising Standards Authority) bekommen. In der Entscheidung vom 13. Februar 2013 heißt es:

The ASA acknowledged that the undressing in the ad took place in the context of a photo shoot but nevertheless considered those scenes involved sexually suggestive content. We noted that the photographer was directly involved in unzipping the actress’s garments and that there was a suggestion that she was naked aside from a bed sheet. We also noted that there was clear sexual tension between the pair and that they appeared about to kiss on the bed.

Fast nackt, beinahe geküsst, sexuelle Spannung…

Google.de zensiert Search.xxx

Search.xxx ist eine Suchmaschine, die Websites unter der neuen .xxx-Top-Level-Domain findet. Solche Websites können pornografisch sein, aber sind es überwiegend nicht.

Jetzt hat Google die Suchmaschine Search.xxx aus seiner Trefferliste verbannt. Hintergrund ist eine freiwillige Vereinbarung mit der Bundesprüfstelle, die am 29. Januar 2013 beschloss Search.xxx in die Liste jugendgefährdender Medien einzutragen und gemäß Vereinbarung müssen solche Websites bei Google verschwinden. Selbstzensur einer Suchmaschine.

Aber mit einem einfachen Trick lassen sich alle Suchergebnisse von Search.xxx noch finden und zwar unter site:.xxx bei Google. Muss nun auch Google auf die Liste jugendgefährdender Medien? Vermutlich wird diese Frage zu juristischen Diskussionen führen.

Im Übrigen droht bei Verlinkung auf Search.xxx ein Bußgeld von bis zu 500.000 Euro (§ 4 Absatz 2 Satz 1 Nummer 2 JMStV iVm § 24 Absatz 1 Nummer 3 und Absatz 3 JMStV).