Problemfeld Pornografie

Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) verkündet im aktuellen Mitteilungsblatt, dass “pornografische und erotische Angebote weiterhin den Großteil des Prüfaufkommens” ausmachen. Dabei trete “neben die klassischen Internetauftritte zunehmend ein Social-Media-Ensemble, das als Kommunikations- und Vermarktungsplattform vor allen Dingen für sexuelle Dienstleistungen genutzt wird.”

Weiter heißt es in dem Blatt unter der Überschrift “Problemfelder 2015”:

Social Media

Im Prüfbetrieb schlug sich zunehmend die Tendenz nieder, dass Anbieter insbesondere mit ihren pornografischen Inhalten in Social Media ausweichen bzw. diese als zusätzliche Verbreitungs- und Vermarktungskanäle nutzen. Prostituierte bewarben sich und ihre Dienstleistungen mittels Bildmaterial über zuweilen mehrere Facebookprofile oder Twitteraccounts. Genutzt wurden aber auch YouTube, Flickr, Google+ und Instagram. Die Vorteile liegen dabei auf der Hand: Das kostspielige Programmieren eines professionellen Internetauftritts entfällt, die Inhalte können schnell weitergereicht werden und erreichen üblicherweise auch die gewünschte Zielgruppe.

Pornografie im TV

Diskussionsstoff bietet in dieser Hinsicht zum aktuellen Zeitpunkt eine Folge der „René- Schwuchow-Show“, einer Erotik-Talkshow, in der regelmäßig junge Frauen vor allem aus dem Porno-Business auftreten. Sie werden von den zwei Moderatoren zu ihren sexuellen Vorlieben befragt und teilweise zur Vorführung bestimmter sexueller Praktiken aufgefordert. Die in der Folge vorzufindende Tendenz zur sexuellen Stimulation, die Verabsolutierung sexuellen Lustgewinns und sexuelle Vorgänge, die in grob aufdringlicher Weise in den Vordergrund gestellt werden, sind Merkmale von Pornografie. Die KJM ist bei ihrer Prüfung daher abschließend zu dem Ergebnis gekommen, dass die Folge der Erotik-Talkshow gegen die Bestimmungen des JMStV verstößt und nicht im Fernsehen hätte gezeigt werden dürfen.

Zu dieser Ausweitung des Pornografiebegriffs: Prof. Dr. Marc Liesching im Beck Blog.

2 Gedanken zu „Problemfeld Pornografie

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  2. Gernot

    Demokratie heißt auch auf die Bedürfnisse der Bevölkerung einzugehen! Berücksichtigt man, wie sich die Zusammensetzung der bundesrepublikanischen Bevölkerung gegenwärtig verändert und insbesondere in Hinblick auf die religiös-ethisch-moralische Einbindung innerhalb der nächsten zwei, drei Generationen voraussichtlich verändern wird, erscheint eine Anpassung des Begriffes nicht duldbarer Pornographie zeitgemäß wünschenswert. Integration kann keine Einbahnstraße sein!

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