Astra streicht Sex-Sender

Mehr als 30 Sex-Sender, die über Astra-Satelliten in Deutschland frei empfangbar sind, stehen vor dem Aus. Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) hat den Satellitenbetreiber zu einem „freiwilligen“ Verzicht auf Ausstrahlung der Kanäle bewegt, berichtet der Focus. Astra lässt ab sofort keine neuen unverschlüsselten Sex-Sender mehr zu. Bestehende Verträge laufen bis Ende 2011 aus.

PS: KJM-Pressemitteilung vom 19. Juli 2010

KJM und ASTRA starten Initiative für mehr Jugendschutz im Satellitenfernsehen

Eine freiwillige Initiative brachte den Erfolg: In der Vergangenheit hatten sich immer wieder Zuschauer bei der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) über sogenannte „erotische Standbildkanäle“ beschwert. Kern der Beschwerden war dabei die Problematik, dass ausländische Anbieter via Satellit erotische oder pornografische Inhalte und Service-Angebote – meist mit Telefonhotline zur Kontaktaufnahme – unverschlüsselt ausstrahlen. Da ausländische Anbieter nicht an den deutschen Rechtsrahmen gebunden sind, setzte die KJM auf eine Lösung durch Dialog. Mit Erfolg: Ein freiwilliger Regelungsrahmen der KJM und des neutralen technischen Dienstleisters ASTRA soll eine solche Umgehung der deutschen Jugendschutzvorschriften künftig verhindern.

Gemeinsam erarbeiteten die KJM und ASTRA eine Vereinbarung, die insgesamt knapp 40 jugendschutzrechtlich problematische Angebote betrifft: Die KJM und ASTRA halten darin fest, dass mit Anbietern frei empfangbarer Erotik-Inhalte keine Verträge mehr abgeschlossen werden. Bestehende Angebote will ASTRA bis Ende 2011 auslaufen lassen.

Eine Regelung, die deutsche Jugendschutzvorschriften effizient umsetzt, so der KJM-Vorsitzende Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring. „Im Zuge der Globalisierung haben wir im Jugendschutz immer wieder den Fall, dass aufgrund weltweit unterschiedlicher Gesetzeslagen und Wertvorstellungen auch in Deutschland Inhalte frei zugänglich sind, die nicht den Bestimmungen des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags genügen. Aus diesem Grund werden wir in Zukunft noch stärker auf den Dialog mit den Unternehmen und freiwillige Jugendschutz-Vorkehrungen setzen. Die gemeinsame Initiative mit ASTRA hat Vorbildcharakter und ist ein wichtiger Schritt, den wir sehr begrüßen.“

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