{"id":9630,"date":"2012-11-27T11:47:51","date_gmt":"2012-11-27T10:47:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pornoanwalt.de\/?p=9630"},"modified":"2012-11-27T11:47:51","modified_gmt":"2012-11-27T10:47:51","slug":"keine-vergnugungssteuer-fur-love-mobile","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pornoanwalt.de\/?p=9630","title":{"rendered":"Keine Vergn\u00fcgungssteuer f\u00fcr Love-Mobile"},"content":{"rendered":"<p>Pressemitteilung des <a href=\"http:\/\/www.oberverwaltungsgericht.niedersachsen.de\">Nieders\u00e4chsischen Oberverwaltungsgerichts<\/a> vom 26. November 2012:<\/p>\n<p><em>Der 9. Senat des Nieders\u00e4chsischen Oberverwaltungsgerichts hat mit Berufungsurteil vom 26.November 2012 &#8211; 9 LB 51\/12 &#8211; entschieden, dass ein Vermieter von Wohnmobilen, die von den Mieterinnen zur Prostitution genutzt worden waren, nicht zur Vergn\u00fcgungssteuer herangezogen werden konnte.<\/em><\/p>\n<p><em>Gegenstand des Verfahrens war ein Vergn\u00fcgungssteuerbescheid der Stadt Soltau f\u00fcr den Zeitraum vom 15. Mai bis zum 31. Dezember 2009. Dieser Bescheid war an den Vermieter von f\u00fcnf Wohnmobilen adressiert, die an den Autobahnauffahrten Soltau-Ost und Soltau-S\u00fcd aufgestellt und mit Aufklebern gekennzeichnet waren, die auf das Angebot der Prostitution hinwiesen (&#8222;Love-Mobile&#8220;). Der Kl\u00e4ger hatte bereits im Verfahren vor dem Verwaltungsgericht geltend gemacht, dass nicht er als Vermieter, sondern allein die Mieterinnen zur Vergn\u00fcgungssteuer herangezogen werden k\u00f6nnten; au\u00dferdem sei die in der Vergn\u00fcgungssteuersatzung der Stadt Soltau geregelte Besteuerung des Angebots von sexuellen Handlungen gegen Entgelt verfassungswidrig. Das Verwaltungsgericht hatte den Vergn\u00fcgungssteuerbescheid als rechtm\u00e4\u00dfig angesehen und die Klage abgewiesen. Der 9. Senat hatte die Berufung auf Antrag des Kl\u00e4gers zugelassen.<\/em><\/p>\n<p><em>Im Berufungsverfahren hat der 9. Senat nun das Urteil des Verwaltungsgerichts ge\u00e4ndert und den streitigen Vergn\u00fcgungssteuerbescheid aufgehoben, weil er diesen aus mehreren Gr\u00fcnden als rechtswidrig angesehen hat: Der angefochtene Bescheid verst\u00f6\u00dft gegen Verfahrensvorschriften, da der Kl\u00e4ger vor dem Erlass des Steuerbescheides nicht angeh\u00f6rt und nicht zur Abgabe von Steuererkl\u00e4rungen aufgefordert worden ist. Zudem ist der Bescheid inhaltlich zu unbestimmt, weil der Steuerbetrag pauschal f\u00fcr einen Zeitraum von siebeneinhalb Monaten festgesetzt worden ist, obwohl nach der Vergn\u00fcgungssteuersatzung separate Steuerfestsetzungen f\u00fcr jeden einzelnen Kalendermonat erforderlich gewesen w\u00e4ren. Au\u00dferdem war zum Zeitpunkt der Bekanntgabe des Bescheides f\u00fcr die Monate November und Dezember 2009 die Steuerschuld noch nicht entstanden. Ferner hat der 9. Senat die Heranziehung des Kl\u00e4gers zur Vergn\u00fcgungssteuer auch in der Sache als rechtswidrig angesehen. Der Kl\u00e4ger h\u00e4tte nach der Satzung der Beklagten nur als Steuerschuldner in Anspruch genommen werden d\u00fcrfen, wenn er Unternehmer der Veranstaltung oder Besitzer der Wohnmobile gewesen w\u00e4re. Beides hat der 9. Senat verneint; Veranstalter und Besitzer der Wohnmobile w\u00e4hrend der Mietzeit waren nur die Prostituierten.<\/em><\/p>\n<p><em>Eine Revision zum Bundesverwaltungsgericht hat der Senat nicht zugelassen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pressemitteilung des Nieders\u00e4chsischen Oberverwaltungsgerichts vom 26. November 2012: Der 9. Senat des Nieders\u00e4chsischen Oberverwaltungsgerichts hat mit Berufungsurteil vom 26.November 2012 &#8211; 9 LB 51\/12 &#8211; entschieden, dass ein Vermieter von Wohnmobilen, die von den Mieterinnen zur Prostitution genutzt worden waren, nicht zur Vergn\u00fcgungssteuer herangezogen werden konnte. 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