{"id":5777,"date":"2011-03-07T10:24:17","date_gmt":"2011-03-07T09:24:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pornoanwalt.de\/?p=5777"},"modified":"2011-04-21T12:27:07","modified_gmt":"2011-04-21T10:27:07","slug":"im-kampf-fur-die-kunstfreiheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pornoanwalt.de\/?p=5777","title":{"rendered":"Im Kampf f\u00fcr die Kunstfreiheit"},"content":{"rendered":"<p>Die Kunstfreiheit wird in\u00a0<a href=\"http:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/gg\/art_5.html\" target=\"_blank\">Artikel 5 Absatz 3 Grundgesetz<\/a> vorbehaltlos gew\u00e4hrleistet. Im Gegensatz zu Presse- und Meinungsfreiheit findet keine ausdr\u00fcckliche Beschr\u00e4nkung durch allgemeine Gesetze oder den Jugendschutz statt. Vielmehr muss in jedem Einzelfall eine Grundrechtsabw\u00e4gung mit anderen Schutzg\u00fctern erfolgen. Soweit die Theorie.<\/p>\n<p>Im vergangenen Jahr geriet das Kunstportal <a href=\"http:\/\/www.erozuna.de\" target=\"_blank\">Erotisches zur Nacht<\/a> ins Visier der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (<a href=\"http:\/\/www.mabb.de\" target=\"_blank\">mabb<\/a>). Diese Landesmedienanstalt, die zusammen mit der Kommission f\u00fcr Jugendmedienschutz (<a href=\"http:\/\/www.kjm-online.de\" target=\"_blank\">KJM<\/a>) das Internet beaufsichtigt, untersagte eine weitere Verbreitung der Website, mit Androhung von Zwangsgeldern in vierstelliger H\u00f6he bei Zuwiderhandlung. Der konkrete Vorwurf der Jugendsch\u00fctzer lautete, dass Texte verbreitet w\u00fcrden,<\/p>\n<blockquote><p>die geeignet sind, die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsf\u00e4higen Pers\u00f6nlichkeit zu beeintr\u00e4chtigen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Dar\u00fcberhinaus wurden drei Bu\u00dfgeldbescheide erlassen, \u00fcber deren Rechtm\u00e4\u00dfigkeit das Amtsgericht Tiergarten zu entscheiden hatte. Ganz offensichtlich war der zust\u00e4ndige Richter erstmals mit Kunst und Jugendschutz konfrontiert, denn auf meine Ausf\u00fchrungen zur eingeschr\u00e4nkten  Anwendbarkeit des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages bei angemessener  Abw\u00e4gung mit der Kunstfreiheit, fiel seine Reaktion sehr knapp aus (Urteil vom 2. Dezember 2010,\u00a0Az.: 339 OWi 1032\/10):<\/p>\n<blockquote><p>Das erkennende Gericht teilt diese Auffassung nicht, denn das w\u00fcrde im Ergebnis dazu f\u00fchren, dass der Betroffene als K\u00fcnstler in einem &#8222;rechtsfreien Raum&#8220; leben w\u00fcrde.<\/p><\/blockquote>\n<p>Mit dieser d\u00fcrftigen Begr\u00fcndung zeigte sich das <a href=\"http:\/\/www.kammergericht.de\" target=\"_blank\">Kammergericht Berlin<\/a> nicht zufrieden und hob das Urteil wieder auf (Beschluss vom 31. Januar 2011, Az.: 2 Ss 15\/11), weil&#8230;<\/p>\n<blockquote><p>&#8230;der Senat nicht einmal ansatzweise in der Lage ist zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob das Tatgericht die gebotene Grundrechtsabw\u00e4gung vorgenommen hat.<\/p><\/blockquote>\n<p>Nun wird am 10. M\u00e4rz 2011 vor dem Amtsgericht Tiergarten erneut f\u00fcr die Kunstfreiheit gek\u00e4mpft. Aus Solidarit\u00e4t mit &#8222;Erotisches zur Nacht&#8220; findet am Dienstag, 8. M\u00e4rz 2011, eine <a href=\"http:\/\/www.erozuna.de\/erotischeliteratur\/broder-liest-erotik.html\" target=\"_blank\">Lesung<\/a> statt. Dargeboten werden verbotene Texte des Kunstportals, unter anderem von Henryk M. Broder.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Kunstfreiheit wird in\u00a0Artikel 5 Absatz 3 Grundgesetz vorbehaltlos gew\u00e4hrleistet. Im Gegensatz zu Presse- und Meinungsfreiheit findet keine ausdr\u00fcckliche Beschr\u00e4nkung durch allgemeine Gesetze oder den Jugendschutz statt. Vielmehr muss in jedem Einzelfall eine Grundrechtsabw\u00e4gung mit anderen Schutzg\u00fctern erfolgen. Soweit die Theorie. 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