{"id":12087,"date":"2018-02-23T12:05:57","date_gmt":"2018-02-23T11:05:57","guid":{"rendered":"https:\/\/pornoanwalt.de\/?p=12087"},"modified":"2018-02-23T12:05:57","modified_gmt":"2018-02-23T11:05:57","slug":"definition-von-pornografie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pornoanwalt.de\/?p=12087","title":{"rendered":"Definition von Pornografie"},"content":{"rendered":"<p>Mit rechtskr\u00e4ftigem Urteil vom 12. Oktober 2017 (<a href=\"https:\/\/pornoanwalt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/20171012-vg-m-pornografie.pdf\">M 17 K 15.5610<\/a>) hat das Verwaltungsgericht M\u00fcnchen die folgende Definition von Pornografie zu Papier gebracht (Seiten 17-19):<\/p>\n<blockquote><p>Der Pornografiebegriff des JMStV entspricht damit dem des Strafrechts, wobei der Gesetzgeber bewusst auf eine Definition der Pornografie verzichtet und diese Wissenschaft und Rechtsprechung \u00fcberlassen hat, sodass dieser offen f\u00fcr die Entwicklung der Sexualmoral ist (VG M\u00fcnchen, U.v. 26.07.2012 \u2013 M 17 K 11.6112 \u2013 ZUM-RD 2013, 223, 229 sowie juris Rn. 26).<\/p>\n<p>\u00dcbereinstimmend wird als pornografisch jedoch eine Darstellung angesehen, die unter Ausklammerung sonstiger menschlicher Bez\u00fcge sexuelle Vorg\u00e4nge in grob aufdringlicher, anrei\u00dferischer Weise in den Vordergrund r\u00fcckt und die in ihrer Gesamttendenz ausschlie\u00dflich oder \u00fcberwiegend auf sexuelle Stimulation angelegt ist sowie dabei die im Einklang mit allgemeinen gesellschaftlichen Wertevorstellungen gezogenen Grenzen eindeutig \u00fcberschreitet. Wesentlich ist danach zun\u00e4chst inhaltlich die Verabsolutierung sexuellen Lustgewinns und die Entmenschlichung der Sexualit\u00e4t, mit anderen Worten, dass der Mensch durch die Vergr\u00f6berung des Sexuellen auf ein physiologisches Reiz-\/ Reaktions-\/ Wesen reduziert bzw. zum blo\u00dfen (auswechselbaren) Objekt geschlechtlicher Begierde degradiert wird. Zum anderen kann formal die vergr\u00f6bernde, aufdringliche, \u00fcbersteigerte, anrei\u00dferische oder jedenfalls plump-vordergr\u00fcndige Art der Darstellung Indiz f\u00fcr den pornografischen Charakter sein. Ma\u00dfgeblich ist die objektive Gesamttendenz der Darstellung. Eine Darstellung kann nur als pornografisch gewertet werden, wenn sie die in Einklang mit allgemeinen gesellschaftlichen Wertvorstellungen gezogenen Grenzen des sexuellen Anstandes eindeutig \u00fcberschreitet. Dabei ist gerade der durch das Kommunikationszeitalter bedingte gesellschaftliche Wandel zu ber\u00fccksichtigen, so dass Inhalte, die in \u00e4lteren Entscheidungen noch als Pornografie qualifiziert wurden, heute m\u00f6glicherweise anders zu beurteilen sind. Dem Bestimmtheitsgebot des Art. 103 Abs. 2 GG kann in der Weise Rechnung getragen werden, dass die Unsicherheit der in Bezug genommenen au\u00dfergesetzlichen Wertma\u00dfst\u00e4be nicht zu Lasten des T\u00e4ters gehen darf. Nur wenn sich aus diesem eine Entscheidung ergibt, die eindeutig oder jedenfalls relativ eindeutig in dem Sinn ist, dass eine abweichende Auffassung schlechterdings nicht mehr vertretbar erscheint, kann eine Darstellung als pornografisch bezeichnet werden, nicht aber, wenn dar\u00fcber vern\u00fcnftigerweise gestritten werden kann (vgl. zum ganzen Sch\u00f6nke\/Schr\u00f6der\/Eisele, 29. Auflage 2014, \u00a7 184 StGB, Rn. 8). Da die Vorschrift des \u00a7 184 StGB auch den Schutz Erwachsener vor ungewollter Konfrontation mit Pornografie dient, ist der Begriff der Pornografie einheitlich auszulegen und nicht ausschlie\u00dflich durch den Gedanken des Jugendschutzes gepr\u00e4gt (BVerwG, U.v. 20.02.2002 \u2013 6 C 13\/01 \u2013 BVerwGE 116, 5, 28 sowie juris Rn. 48).<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit rechtskr\u00e4ftigem Urteil vom 12. 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