Archiv für den Monat: Januar 2012

Vollkasko für Ihr Lieblingsstück

Automatisierte Bannerschaltung in redaktionellem Umfeld führt häufig zu witzigen Kombinationen. Einige Beispiele zeigt Internetworld, wie etwa Werbung der ERGO-Versicherung „Die Vollkasko für Ihr Lieblingsstück“ mit der Schlagzeile „Mann onaniert vor Wohnungsfenster“. Im Übrigen auch ein schönes Symbolfoto der AZ.

Kondomzwang für Pornodarsteller

Pornodarsteller in Los Angeles müssen nach einer neuen städtischen Vorschrift bei Dreharbeiten künftig Kondome verwenden. Der Stadtrat beschloss gestern den so genannten Safer Sex In The Adult Film Industry Act, der auf eine Petition der AIDS Healthcare Foundation zurückgeht. Nicht von dieser Neuregelung betroffen ist das berühmt-berüchtigte San Vernando Valley, das zwar im L.A. County liegt, aber nicht zum Stadtgebiet gehört.

via L.A.Times

The Penis Song

The Penis Song is a song originally from the film Monty Python’s The Meaning of Life

Sklavenzentrale

Seit 15 Jahren werden Internetangebote von der Bundesprüfstelle auf die Liste jugendgefährdender Medien gesetzt. Wurden die Indizierungen anfangs noch im Bundesanzeiger publiziert, so erfolgen diese Verfahren nun heimlich, still und leise. Bedingt durch die Nichtöffentlichkeit besteht die Gefahr, dass es zu eigentümlichen Entscheidungen kommt. Aktuelles Beispiel ist die Website Sklavenzentrale (Pr.1054/11). Bei der Begründung ist die Bundesprüfstelle sehr schludrig mit Textbausteinen umgegangen. Auf den Seiten 7 und 8 finden sich doppelte Ausführungen zur Offensichtlichkeit der Jugendgefährdung sowie zum Kunstvorbehalt. Darüberhinaus besteht eine widersprüchliche Wertung zur Pornografie, denn in der Entscheidung wird auf den Seiten 3 und 9 ausgeführt:

Zunächst einmal hat das 3er Gremium festgestellt, dass es den Inhalt des Internetangebots nicht als pornographisch einstuft…

…Das Internet-Angebot ist zwar pornographisch, verstößt jedoch nach Einschätzung des Gremiums nicht gegen § 184 a, § 184 b oder § 184 c StGB, da es keine Abbildungen so genannter „harter Pornographie“ enthält.

Aus der Indizierung ergeben sich nun rechtliche und tatsächliche Beschränkungen. Einerseits darf die Website nicht mehr verlinkt und beworben werden, wie § 4 Absatz 2 Satz 1 Nummer 2 und § 6 Absatz 1 Satz 1 JMStV vorschreiben. Andererseits ist die Website aus allen deutschen Suchmaschinen verbannt, auch für Erwachsene.

Facebook zensiert EMMA

Ausgerechnet die feministische Zeitschrift EMMA wurde von Facebook zensiert, weil das Titelbild der aktuellen Ausgabe eine halbnackte Demonstrantin der ukrainischen Frauengruppe FEMEN zeigt. Das soziale Netzwerk beruft sich auf seine Standards: „Wir erlauben keine Nacktheit und Pornografie auf unserer Seite. Jegliche Inhalte, die unangemessen sexuell sind, werden entfernt.“ Mittlerweile ist das Bild entschärft. Der Witz an dieser Geschichte: Im August 1978 hatte EMMA den Stern verklagt, wegen nackter Frauen auf dem Titel.

Sparkassen gehen steil

Die schleswig-holsteinischen Sparkassen sind bei der Flensburger Beate Uhse AG eingestiegen und mit einem 13,11%-Anteil zum zweitgrößten Aktionär geworden. In einer Ad-hoc-Meldung des Erotikhändlers vom 4. Januar 2012 heißt es:

Die Verwaltungsgesellschaft der schleswig-holsteinischen Sparkassenorganisation GbR, Kiel, Deutschland hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 03.01.2012 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Beate Uhse AG, Flensburg, Deutschland am 23.12.2011 die Schwelle von 3%, 5% und 10% der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 13,11% (das entspricht 10237617 Stimmrechten) betragen hat.

Sinnlichkeit, die man fühlt

Der Österreichische Blinden- und Sehbehindertenverband (ÖBSV) hat wegen der TV-Kampagne „Sinnlichkeit, die man fühlt“ des Wäscheherstellers Palmers eine Beschwerde beim Österreichischen Werberat eingereicht. Nach Ansicht des ÖBSV wird Blindheit in diesem Spot auf sexistische Art und Weise missbraucht, um den Verkauf von Produkten anzukurbeln. Der Werberat kam zu einer anderen Entscheidung:

Es ist kein Verstoß zu erkennen, da weder die Menschenwürde verletzt wird, noch eine spezifische Diskriminierung oder unangemessene Nacktheit zu erkennen ist. Vielmehr kann man den Spot dahingehend  verstehen, dass das Image der vermeintlich betroffenen Gruppe der sehbehinderten Frauen aufgewertet wird. Es wird  eine selbstbewusste blinde Frau zeigt,  die wie jede andere Frau am Leben teilnimmt.